Paritätischer Thüringen fördert Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit von arbeitslosen Frauen und Männern

Neudietendorf 04.03.2013 Heute startete offiziell das neue Projekt „CARDEA" des Paritätischen Thüringen. Zur Auftaktveranstaltung im Bildungshaus St. Ursula in Erfurt wurden Vertreter aus Vereinen und Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsprojekten, des Landesarbeitsmarktprogramms sowie Mitarbeiter aus den Jobcentern Thüringens erwartet. Mit dem, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderten Projekt „CARDEA", widmet sich der Paritätische Thüringen in den kommenden anderthalb Jahren der Förderung von Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit arbeitsloser Frauen und Männer.

Insbesondere Langzeitarbeitslose mit gesundheitlichen Einschränkungen haben laut offizieller Statistik der Bundesagentur inzwischen einen Anteil von 35 Prozent an den Hilfebedürftigen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen sind sowohl Ursache als auch Wirkung von Langzeitarbeitslosigkeit. Gesundheitliche Probleme bei Langzeitarbeitslosen sind insbesondere Depressionen, Ängste, unspezifische Beschwerden und psychosomatische Symptome. Studien belegen, Arbeitslose haben einen schlechteren Gesundheitszustand. So weisen 21 Prozent der Berufstätigen eine psychische Erkrankung auf, bei den Empfängern von Arbeitslosengeld II sind es 37 Prozent. Arbeitslose haben ein signifikant erhöhtes Morbiditätsrisiko in einem breiten Krankheitsspektrum und ein erhöhtes Risiko für vorzeitige Sterblichkeit.

Arbeitslosigkeit führt zu gesundheitlichen Belastungen und diese wiederum verringern die Chancen wieder dauerhaft in Beschäftigung zu kommen. Folgerichtig ist die übergeordnete Zielstellung des Projektes, die Gesundheitsförderung von langzeitarbeitslosen Frauen und Männern in Thüringen weiter zu entwickeln und zu verbessern sowie gleichzeitig auch ein Augenmerk auf die Personen und ihre Gesundheit zu haben, die mit dieser Zielgruppe arbeiten. Vor diesem Hintergrund nimmt das Projekt drei Teilziele in den Blick.

Zusammen mit der AGETHUR – Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Thüringen e. V. werden verschiedene Gesundheitsmodule und dazugehörige Materialien konzipiert und erprobt. Weiterhin wird ein belastbares Instrument zur Erhebung des psychischen Allgemeinzustandes Langzeitarbeitsloser entwickelt. Und das Projekt richtet ein besonderes Augenmerk darauf, die psychische und physische Gesundheit der Berater von Langzeitarbeitslosen zu stärken, um deren eigene Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Dazu gehört, die Berater sowohl in ihrer Fachlichkeit zu unterstützen als auch ihnen Wege einer verbesserten Stressbewältigung und optimaler Regeneration aufzuzeigen. Dazu dienen regelmäßige Fortbildungen zu fachlichen und überfachlichen sowie direkt gesundheitsbezogenen Themen, moderierte Kooperationstreffen, kollegiale Fallberatung zu Gesundheitsthemen sowie regionale und -überregionale Austausche.

Das Projekt „CARDEA" hat eine Laufzeit bis 30.06.2014. Finanziert wird das Projekt aus Mitteln des ESF.

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