Startschuss für thüringenweites Demokratieprojekt „Schau HIN"

Neudietendorf 17/04/2013. Der Paritätische Thüringen plant gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen den Aufbau eines innovativen Beratungsmanagements zur Demokratiestärkung. Unter dem Titel „Schau HIN", soll in Kooperation mit dem Bildungswerk BLITZ e. V. ein Netzwerk gegen Ideologien der Ungleichwertigkeit geknüpft werden. Der Startschuss erfolgt im Zuge der Auftaktveranstaltung am Donnerstag, den 18. April 2013, in der Krügervilla in Neudietendorf. Im Rahmen des Projektes ist auch ein neues Gütesiegel für Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Thüringen geplant. So erhalten alle Mitgliedsorganisationen, die sich am Projekt beteiligen das Siegel Demokratiestarke Mitgliedsorganisation.

„Unser Ziel ist es, Impulse und Schritte für demokratische und beteiligungsoffene Mitgliederstrukturen mit einem Beratungsnetzwerk zu unterstützen und damit nachhaltig die Qualität der sozialen Arbeit zu sichern", erläutert die Projektleiterin Christiane Lochner-Landsiedel. Im Rahmen von „Schau HIN" sollen Führungs- und Fachpersonal, haupt- und ehrenamtliche Entscheidungsträger und Gremienmitglieder als Beratungsmanager qualifiziert werden. Nach der Qualifizierung verfügen die Beratungsmanager über entscheidende Kompetenzen für die präventive und intervenierende Arbeit vor Ort. Insbesondere wissen sie um demokratiefeindliche Argumente, kennen die Symbole und neuen Formen rechter Kulturen, wie Nachbarschaftshilfen, Familien- und Elternarbeit. „Uns geht es auch darum die Kenntnis möglicher juristischer Schritte zu vermitteln, wenn zum Beispiel Neonazis in das Vereinsleben eindringen wollen.", erklärt Lochner-Landsiedel weiter. Sorge machen Lochner-Landsiedel die alltagsrassistischen Verhaltensweisen. Diese ließen sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Doch genau diesem vermeintlich alltäglichen Verhalten nachhaltig begegnen zu können, ist für das jüngst begründete Projektteam des Paritätischen und des Bildungswerk BLITZ e. V. wichtig. Dabei übernehmen die Beratungsmanager wichtige Schnittstellenfunktionen zu den bereits bestehenden fachspezifischen Beratungsangeboten in Thüringen. Nach wie vor gibt es in Thüringen rechtsextreme Strukturen und Aktivitäten. Hinzuschauen und etwas tun, insbesondere gegen Rechtsextremismus, sei ein zentrales Anliegen bis Ende 2014. Dann endet vorerst das Projekt.

„Schau HIN" wird gefördert durch das Bundesministerium des Inneren im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe" und das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit im Rahmen des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit.

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