Norwegen hat das schon

Neudietendorf, 21.09.2020 | „In Norwegen sind sogar private Webseiten barrierefrei“, so der Geschäftsführer der Digitalagentur Thüringen GmbH, Heiko Kahl bei der Onlinefachtagung „Bitte mehr bith – Barrierefreiheit im Digitalen Zeitalter“. Die Tagung, die heute im Haus der Parität beim Paritätischen Thüringen in Neudietendorf stattfand, zeigte deutlich, dass Deutschland weit hinter Norwegen liegt und noch einigen anderen Ländern in Europa. Nach EU Richtlinie müssen zwar auch in Deutschland immerhin öffentliche Webseiten barrierefrei sein, aber auch hier gibt es noch viel zu tun. Es fehlt an Fachpersonal, an Schulungen und schlicht an Geld.

Betroffene schilderten bei der Tagung, wie schwierig es ist, einen Ausweis zu beantragen oder komplizierte Rechtstexte zu verstehen. Selbst aktuelle Hilfsprogramm, z.B. für Menschen mit Sehschwäche, sind ganz schnell am Ende, wenn plötzlich eine Aktualisierung des Betriebssystems stattfindet. Joachim Leibiger, Thüringer Beauftragter für Menschen mit Behinderungen, erklärte, dass im ersten Schritt ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit geschaffen werden muss, damit z.B. schon bei der Planung von Webseiten die Barrierefreiheit mitgedacht und dann umgesetzt wird.Barrierefreiheit im Digitalen Zeitalter ist eine Querschnittsaufgabe, die viel Kommunikation bedarf und auch Bündelung. Denn es gibt zwar viele Interessenvertreter, aber noch nicht genügend Koordination, so ein weiteres Ergebnis der Onlinefachtagung.

Die Onlinefachtagung „Bitte ein bith – Barrierefreiheit im Digitalen Zeitalter“ wurde von bith e.V. durchgeführt. Ein Video der Veranstaltung wird in den nächsten Tagen auf der Homepage des Vereins zur Verfügung stehen.

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