Tiefensee will Almosen als Fortschritt verkaufen

Neudietendorf, 18.10.2021 | Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee will einkommensschwache Haushalte mit einer einmaligen finanziellen Hilfe entlasten, um die steigenden Energiekosten für diese Menschen abzufedern.
Das greift aus Sicht des Paritätischen Thüringen viel zu kurz. Zum einen zeigt schon die Vermeidung des Begriffs Armut, dass sich der Auseinandersetzung mit diesem die Gesellschaft spaltenden Problem weiter verweigert wird. Zum anderen fehlt eine konkrete Zahl. Wieviel ist denn „angemessen“?
„Armut ist ein relevantes Problem. Nicht erst, seitdem die Energiepreise durch die Decke gehen. Mit einmaligen Almosen ändert sich gar nichts. Der Paritätische hat mit mehreren Studien gezeigt, dass die Hartz IV – Sätze viel zu niedrig und verfassungswidrig sind. Wer allen Menschen wie im Grundgesetz ermöglichen will, ganz normal am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, der kann nicht mit ein paar Euro um die Ecke kommen. Wir würden uns wünschen, dass die Thüringer SPD an dieser Stelle Einfluss auf die zukünftige Bundesregierung nimmt und für eine gerechte und am Leben orientierte Hilfe sorgt. Und zwar dauerhaft und nicht einmalig. Ganz davon abgesehen, dass die Diskussion über die Höhe eine Einmalzahlung vermutlich länger als der Winter dauern würde“, erklärt Stefan Werner, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen. 

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