Das Wegschauen beim Thema Gewalt gegen Frauen muss aufhören – die finanzielle Ausstattung der Frauenhäuser muss deutlich verbessert werden

Neudietendorf, 24.11.2021 | Wieder ist ein Jahr vergangen, in dem etwas gegen Gewalt gegen Frauen hätte. unternommen werden können. Der Paritätische Thüringen stellt allerdings fest, dass die Situation des Gewaltschutzes in Thüringen unverändert ist. Und zwar unverändert schlecht. Das hat nicht in erster Linie mit den durch Corona verursachten Mehraufwendungen zu tun, es ist ein prinzipielles Problem. Die Frauenhäuser sind chronisch unterfinanziert. Hinzu kommt, im Freistaat fehlen mindestens 100 Plätze, um allen von Gewalt betroffenen Frauen helfen zu können. „Es bleibt unverständlich, warum die Politik es nicht schafft, die Umsetzung der Istanbul-Konvention anzugehen. Die Vorschläge liegen auf dem Tisch. Seit Jahren. Die aktuell veröffentlichten Zahlen zeigen außerdem, dass Gewalt an Frauen nicht verschwindet, wenn man nichts tut. Die Politik muss endlich handeln. Und auch wenn ich mich hier wiederhole: Die Mittel, die das Sozialministerium bereitstellt, sind zu begrüßen, aber eben einfach zu wenig und können daher kaum eine wirkliche Verbesserung der Situation bewirken. Aber auch die Landkreise sind hier mindestens genauso in der Pflicht, denn aktuell liegt die Verantwortung ja bei ihnen.“, erklärt Stefan Werner, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen.

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