Paritätischer Jahresempfang 2012 – Verband will sich verstärkt um Altersarmut kümmern

Neudietendorf 13/02/2012 - Auch zum Jahresempfang 2012 hat der Paritätische Thüringen wieder umfassend eingeladen. Zahlreiche Gäste aus Vereinen und Verbänden, Politik und Wirtschaft werden erwartet. Neben Ministerin Heike Taubert werden viele Abgeordnete des Thüringer Landtages und des Bundes anwesend sein. Neben der aktuellen Haushaltsperre steht das Thema Altersarmut im Vordergrund des Empfangs. „Altersarmut ist kein Thema, was wir auf die lange Bank schieben können“, konstatiert der Vorsitzende des Paritätischen Thüringen, Rolf Höfert. Im Vorfeld des Jahresempfangs weist Höfert darauf hin, dass in den kommenden Jahren die Altersarmut dramatisch zunehmen wird. Im zurückliegenden Jahr gab das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bekannt, dass das Rentenniveau bis zum Jahr 2025 von 50,8 Prozent auf 45,2 Prozent sinken wird. Auch die sprunghafte Zunahme der Zahl von Leistungsbeziehern der Grundsicherung erfüllt den Paritätischen Thüringen mit Sorge.

Vor allem mit Blick auf die steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen entwickelt das Thema sozialpolitische Sprengkraft. „Wir stehen vor derart gravierenden demografischen, fiskalischen und versorgungsstrukturellen Veränderungen, dass dringend die Weichen für morgen gestellt werden müssen“ appelliert Höfert. Neben einer generationengerechten Infrastruktur gehe es dem Wohlfahrtsverband unter anderem um substantielle Veränderungen in der Finanzierung sozialer Sicherungssysteme und Modelle längerer Erwerbstätigkeit. Nicht gegen Altersarmut vorzugehen bedeutet aus Sicht des Paritätischen, jene wertvollen Erfahrungsträger ins Abseits zu stellen, ihnen die Möglichkeiten der Teilhabe zu nehmen und sie nicht in würdevoller Weise zu begleiten, zu unterstützen und zu pflegen.

„Altersarmut ist weder ein Randthema und noch Panikmache der Sozialverbände“, meint auch Reinhard Müller, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen. Für den Sozialexperten ist klar, dass es die braun gebrannten, gut gelaunten Motorradfahrenden oder Golf spielenden Senioren, insbesondere in Thüringen, nur in Ausnahmefällen gibt und geben wird. Vielmehr werden die Zahl und die Problemlagen der Senioren, die Grundsicherung im Alter beziehen, steigen. Aus Müllers Sicht steht Thüringen vor historischen Herausforderungen. „Um hier gegenzusteuern, braucht es einen ermöglichenden Staat, jene, die diese Möglichkeiten wahrnehmen und nicht zuletzt das Signal, dass uns die Menschen, insbesondere die so wertvollen Erfahrungsträger, etwas wert sind“, ist sich Müller sicher.

Aktuelle Haushaltssperren und eine einseitige Finanzpolitik, die nur die Ausgabenseite und den Rotstift kennt, sind aus Sicht des Verbandes wenig hilfreich. Schlussendlich sind Leistungserbringer, Kostenträger, Landespolitik und Kommunen gleichermaßen gefragt, gemeinsam kreative und zukunftssichere Lösungen zu entwickeln. Denn, auch dem Thüringer Wohlfahrtsverband ist klar, diese Lösungen können nicht allein aus sozialpolitischer oder nur aus unternehmerischer Sicht gefunden werden.

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