Dokumentation zum Fachtag „Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung - Engagement mit Zukunft?!“

Am 4. Mai 2010 fand im Haus der PARITÄT in Neudietendorf der Fachtag „Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung - Engagement mit Zukunft?!“ statt. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Untersuchung zu den Perspektiven der Selbsthilfe und der Selbsthilfeunterstützung, die Prof. Dr. Norbert Wohlfahrt im Auftrag des Paritätischen durchgeführt hat. Auch die Selbsthilfe und das bürgerschaftliche Engagement sind auf finanzielle Förderung angewiesen. Bisher geschieht das in einer Reihe von Einzeltiteln und durch unterschiedliche Sozialleistungsträger auf unterschiedlichen Ebenen der staatlichen Organisation. Aktuell sieht der Paritätische Thüringen die Gefahr, dass aufgrund entsprechender Budgetzwänge und Einsparungen genau da gespart wird, wo Bürger zur Selbsthilfe und zum Engagement angeregt und unterstützt werden sollen. „Klar ist, dass Hilfestrukturen perspektivisch nicht allein durch professionelle Fachkräfte abgesichert werden können“, betonte Reinhard Müller, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen überzeugt. Dementsprechend fordert der Verband ein Zukunftsprogramm Selbsthilfe und bürgerschaftliches Engagement.

Unter dem Eindruck der demografischen Veränderungen ist die Förderung von Selbsthilfe und bürgerschaftlichem Engagement nach Meinung des Paritätischen als Zukunftsinvestition einer Gesellschaft anzusehen. Die bisherigen Haushaltsmittel zur Förderung von Selbsthilfe und Engagement sind den zukünftigen Anforderungen anzupassen und durch gesetzliche Regelungen zu untersetzen. „Nur mit einem zeitgemäßen bürgerschaftlichen Engagement und entsprechenden Selbsthilfestrukturen lässt sich adäquat auf die veränderten Arbeitswelten, Zu- und Abwanderungen, Vielfalt von Lebensstilen und die damit verbundenen Änderungen der sozialen Infrastruktur reagieren“, so Müller. Für den Landesgeschäftsführer geht es um nicht weniger, als die schon jetzt bestehenden Lücken in der Infrastruktur von Selbsthilfe und bürgerschaftlichen Engagement, zum Beispiel bei der Förderung der Selbsthilfekontaktstellen und den Selbsthilfeverbänden zu schließen. Insbesondere in den neuen Bundesländern gibt es da Nachholbedarf. Mit Blick auf die Stärkung der Selbsthilfe ist auch das Land Thüringen gefordert, Innovationen durch die Bereitstellung von Haushaltsmitteln zu ermöglichen.

Die erfolgreiche Tagung mit über 80 Teilnehmern wurde vom Paritätischen Thüringen, dem Gesamtverband und den Landesverbänden Sachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg durchgeführt. Im Anhang finden sie die Tagungsdokumentation, die Vorträge und die Workshop-Ergebnisse.

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