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Ehrenamtliches Engagement

Immer mehr Thüringerinnen und Thüringer engagieren sich ehrenamtlich: Fachtag über die Zukunft des Ehrenamtes im Freistaat

Der Paritätische Ehrenamtsbaum "Helfende Hände"Neudietendorf, 9. September 2016. Immer mehr Menschen engagieren sich in Thüringen ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Mehr als 800.000 Thüringerinnen und Thüringer sind in Vereinen und Organisationen aktiv und übernehmen Verantwortung. Das sind mehr als 40 Prozent der Bewohner des Freistaates, wie der neue Freiwilligen Survey ergab, der jetzt vom Bundesfamilienministerium vorgestellt wurde. Um die Frage, wie sich dieses ehrenamtliche Engagement in Thüringen sichern und ausbauen lässt, geht es bei einem Zukunftsforum Ehrenamt am Mittwoch, 14. September, in Neudietendorf. Im Fokus der Veranstaltung stehen ein neues PARITÄTISCHES Positionspapier zum zivilgesellschaftlichen Engagement und die Berücksichtigung von Engagement in der Sozialplanung.

Der Fachtag will Zukunftsvisionen für die Ehrenamtsförderung mit konkreten Ansätzen für künftige Projekte und Beratungsprozesse greifbar machen. Dabei sollen vor allem Themen wie Vorstandsnachfolge, Integration von Engagierten in die Vereinsarbeit und Partizipation sowie Lösungsansätze für Herausforderungen in der Thüringer Ehrenamtsförderung eine wesentliche Rolle spielen.

Thüringen liegt mit den steigenden Zahlen von zivilgesellschaftlich Engagierten voll im Bundestrend. 31 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich in ihrer Freizeit. „Immer mehr Bürgerinnen und Bürger teilen ihre freie Zeit, um mitzumachen und Verantwortung zu übernehmen. Über 40 Prozent der Menschen ab 14 Jahren engagieren sich freiwillig. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als noch vor 15 Jahren", sagte Dr. Ralf Kleindiek, der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, bei der Vorstellung des Berichts.
In fast jedem Bereich gehört freiwilliges Engagement maßgeblich zum Alltag: Ob Jung oder Alt, ob in sozialen Verbänden und Organisationen, der Freiwilligen Feuerwehr, als Fußballtrainer, als Elternvertreterin in der Schule und Schüler-Nachhilfe oder einfach nur zu Gesprächen bei Seniorinnen und Senioren oder beim Vorlesen im Kindergarten.

Dr. Ralf Kleindiek: "Diese Bereitschaft zu helfen, miteinander zu sprechen, sich zu informieren oder Initiativen ins Leben zu rufen, ist großartig. Dieses Engagement hält unsere Gesellschaft zusammen und ist ein zentraler Pfeiler unserer Demokratie. Es ist auch ein Zeichen für Integration in und Teilhabe an unserer Gesellschaft."
Zentrale Ergebnisse des Freiwilligensurveys

Zentrale Ergebnisse des Freiwilligensurveys 2014 sind:

  • Im Jahr 2014 sind 43,6 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren freiwillig engagiert – das entspricht 30,9 Millionen Menschen. In den letzten fünfzehn Jahren ist die Engagementquote um insgesamt knapp zehn Prozentpunkte angestiegen.
  • Etwa ein Drittel aller Engagierten übt die freiwillige Tätigkeit seit mehr als zehn Jahren aus.
  • Die meisten Menschen engagieren sich im Bereich Sport, Bewegung: 16,3 Prozent, es folgen die Bereiche Schule, Kindergarten mit 9,1 Prozent und Kultur, Musik mit 9,0 Prozent.
    Die Beteiligung unterscheidet sich zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen:
  • Frauen engagieren sich mit 41,5 Prozent anteilig etwas seltener als Männer mit 45,7 Prozent.
  • In den Altersgruppen der 14- bis 29-Jährigen (46,9 Prozent) und der 30- bis 49-Jährigen (47 Prozent) liegen die Anteile der freiwillig Engagierten am höchsten.
  • Personen mit hoher schulischer / beruflicher Ausbildung engagieren sich zu deutlich größeren Anteilen (52,3 Prozent) als Personen mit niedrigem Bildungsniveau (28,3 Prozent).
    Informelle Unterstützung im sozialen Nahraum ist eine weitere Form zivilgesellschaftlichen Handelns von hoher Bedeutung, die das freiwillige Engagement ergänzt:
  • Zwei Fünftel der Wohnbevölkerung im Alter von mindestens 14 Jahren leisten informelle Unterstützung für Nachbarinnen und Nachbarn, Freundinnen und Freunde oder ähnliche
  • Informelle Unterstützung umfasst Hilfeleistungen, Betreuung und Pflege nicht-verwandter Personen außerhalb des eigenen Haushaltes.

Engagierte verwenden heute weniger Zeit auf ihr Engagement als vor fünfzehn Jahren:

  • 58,1 Prozent der Engagierten engagieren sich bis zu zwei Stunden pro Woche (1999: 50,2 Prozent, 2009: 55,4 Prozent)
  • Der Anteil der Engagierten, die wöchentlich sechs Stunden und mehr aufwenden, sank zwischen 1999 und 2014 leicht (1999: 22,9 Prozent, 2014: 18,1 Prozent).

Engagement findet nach wie vor am häufigsten in Vereinen und Verbänden statt:

  • Über die Hälfte der Engagierten ist im Rahmen dieser Organisationen freiwillig tätig, gefolgt von Engagement in individuell organisierten Gruppen, Kirchen und religiösen Vereinigungen sowie kommunalen oder staatlichen Einrichtungen.
  • Über ein Viertel aller Engagierten hat eine Leitungs- oder Vorstandsfunktion, wobei auch im Jahr 2014 Männer immer noch deutlich häufiger eine Leitungs- und Vorstandstätigkeit ausüben als Frauen. Anteilig an allen Engagierten nimmt die Leitungs- und Vorstandstätigkeit seit 15 Jahren kontinuierlich ab.

Freiwilliges Engagement ist in Deutschland regional ungleich verteilt:

  • In städtischen Regionen liegt der Anteil der freiwillig Engagierten mit 42,7 Prozent deutlich unter dem Anteil in ländlichen Kreisen (45,5 Prozent). In Regionen mit niedriger Arbeitslosigkeit ist der Anteil freiwillig Engagierter höher als in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit.
  • In Westdeutschland beträgt die Engagementquote 2014 insgesamt 44,8 Prozent und in Ostdeutschland 38,5 Prozent. Im Zeitvergleich seit 1999 ist die Engagementquote in den neuen Ländern (inklusive Berlin) um insgesamt 10,6 Prozentpunkte gestiegen, in den alten Ländern um 9,1 Prozentpunkte.
    Die Bereitschaft, sich künftig zu engagieren, ist groß. Heute ist mehr als jede zweite nicht-engagierte Person bereit, sich zukünftig zu engagieren.

Alle Informationen zum Fachtag "Zukunftsforum: Ehrenamt in Thüringen" finden Sie hier:

https://www.parisat.de/veranstaltungskalender/eventdetail/615/zukunftsforum-ehrenamt-in-thueringen

Tags: Ehrenamtler, Ehrennamt, Ehrenamtliches Engagement

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