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InnovationsCoaches: Die Haltung ist das Wichtigste

Neudietendorf, 21. Dezember 2015. Die Haltung ist das Wichtigste. Fragen und diese Neugier und Ideen unterstützen, dass sie auf fruchtbaren Boden fallen können, so bringen frisch gebackene InnovationsCoaches ihr Selbstverständnis auf den Punkt. Sie haben sich an der Erprobung der Weiterbildung für Führungskräfte zu „InnovationsCoaches Sozialwirtschaft“ beteiligt.

Die Weiterbildung ist eine Initiative der Paritätischen BuntStiftung. Gemeinsam mit dem Institut für soziale Innovation (Solingen) und dem Beratungsunternehmen Contec wurde das Konzept und der Lehrplan entwickelt. In Testworkshops konnten Geschäftsführer aus paritätischen Mitgliedsorganisationen ihre Überlegungen einbringen. Und schließlich die Erprobung der Weiterbildung von Juli bis Dezember 2014 und von September bis Dezember 2015. Gemeinsam mit Führungskräften aus 15 Mitgliedsorganisationen wurde das Curriculum erprobt. Sie haben dieses neue Angebot für die Entwicklung ihrer Kompetenzen und die Arbeit an einem Innovationsprojekt für ihr Unternehmen genutzt. Begleitet wurden Sie dabei auch von einem professionellen Coach. Und wie sind ihre Erfahrungen? „Heute ist mir viel klarer, dass Innovation nicht einfach im Alltag mitlaufen kann, sondern bewusst, gezielt bearbeitet werden muss“ oder „Eine Erprobung, mitgestalten zu können. Das fand ich interessant und spannend. . . Die Grundhaltung ist heute eine andere. Ich stelle vielmehr Fragen, sehe das Potential, was in dieser Haltung steckt .. oder: Die Weiterbildung hat mir sehr dabei geholfen, eine coachende Haltung einzunehmen. nd schließlich die Erprobung mit Führungskräften aus 15 Mitgliedsorganisationen in Thüringen.

Die Initiative des Paritätischen Thüringen hatte das Ziel, eine Weiterbildung für Führungskräfte zu entwickeln, um die Innovationsfähigkeit der Mitgliedsorganisationen zu stärken. Ihren Ursprung hatte diese Initiative zum einen in Erfahrungen aus der sozialwirtschaftlichen Praxis, zum anderen aber auch in einschlägigen Studien. „Diese Untersuchungen zeigen, dass die Innovationsfähigkeit von vielen Vereinen und Unternehmen in der Sozialwirtschaft zu entwickeln ist, um angemessene Antworten auf Veränderungen im Marktumfeld, die gestiegene Komplexität in der Aufgabenstellung mit gleichzeitigen unsicheren Zukunftsperspektiven geben zu können“, so Hanswalter Bohlander, der für die BuntStiftung das Projekt durchgeführt hat.  Es gelte, eine Unternehmensstrategie zu entwickeln, die die Potenziale der Mitarbeitenden zukunftsfähig nutzt und Nachwuchskräfte fördert.

„Mit derWeiterbildung sind wir auf dem richtigen Weg“, so Bohlander, „das zeigen nicht zuletzt die positiven Rückmeldungen der Unternehmen.“ Innovationen zu begleiten braucht auch Geduld, Hartnäckigkeit und Phantasie. Es kommt hinzu, dass nicht jede Innovation innerhalb eines Unternehmens nicht nur auf Begeisterung stößt, sondern oft auch mit Skepsis, ja  mit Widerstand begleitet wird. Konfliktbereitschaft und Konfliktfähigkeit gehören deshalb auch zu den Grundvoraussetzungen eines InnovationsCcoaches. „Widerstand, Zurückhaltung oder Verweigerung, das sind alles Signale, die ihre Berechtigung haben. Mit diesen Signalen muss man in Innovations-und Veränderungsprozessen arbeiten.“

InnovationsCoaches können eine „positive, produktive Unruhe“ in die Betriebe bringen, ihre Finger in die Wunden legen, wenn etwas nicht klappt.

Bohlander hat in den vergangenen Jahren die Weiterbildung der Innovations-Coaches aufgebaut, er ist gemeinsam mit dem Landesgeschäftsführer des Paritätischen, Reinhard Müller, und anderen PARITÄTERINNEN einer der geistigen Väter dieser Idee. Eine wichtige Rolle spielt auch das Institut für soziale Innovation mit Sitz in Solingen. Der Gründer und Geschäftsführer, Hans Wietert-Wehkamp, kennt die Sozialwirtschaft aus eigener Führungspraxis und begleitet als Berater und Coach die Entwicklung sozialer Innovationen. Er hat sich an der Entwicklung des Curriculums und als Referent an dem Projekt beteiligt. „Was ich sehr attraktiv fand, war das man systematisch, sehr strukturiert und partizipativ das Thema Innovation angeht. Zu sagen, wir wollen mit den Geschäftsführern zusammen das Curriculum entwickeln, wir wollen die Innovationskultur in unseren Mitgliedsorganisationen fördern, indem wir systematisch Leute dafür ausbilden. Das hat mich gereizt. Die Entwicklung der Weiterbildung ist aus meiner Sicht ein Innovationsprojekt, was es meines Wissens in anderen Verbänden nicht gibt. „Und ohne die Förderung durch den Freistaat Thüringen und den Europäischen Sozialfonds wäre diese Arbeit nicht möglich gewesen“, unterstreicht Bohlander.

Die Ausbildung zum Inno-Coach umfasste sechs 2-tägige Module, die Arbeit an einem Innovationsprojekt und die Begleitung durch einen professionellen Coach. Sie nutzt die Erfahrungen aus den Innovationsprojekten unmittelbar für die Weiterbildung. „Die Fragestellungen der Teilnehmer/innen sind für uns ein ganz wichtige Grundlage“, so der Referent Wietert-Wehkamp. Das zeichnet diese Weiterbildung auch aus. Aus der eigenen Praxis für die Praxis als InnoCoach lernen, so könnte ein Motto der Weiterbildung lauten. Es geht um Innovationskultur, systemisches Denken und Handeln in Innovations- und Veränderungsprozessen, das Einüben von Methoden, die Mitarbeiter/innen bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen begleiten und in die Lage versetzen, auch Widerstände zu nutzen und mit Höhen und Tiefen in Innovationsprozessen arbeiten zu können.
Was können Unternehmen von InnovationsCoaches erwarten? Sie können erwarten, dass InnovationsCoaches eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Innovationskultur übernehmen und dass damit auch langfristig Innovationen umgesetzt werden, wenn Führungskräfte die Kompetenzen gezielt in die Weiterentwicklung der Organisation einbeziehen und damit die Innovationskultur weiter ausbauen.

Wie geht es nun nach der Weiterbildung weiter?

Die  Inno-Coaches wollen das Thema Innovation gemeinsam weiter bearbeiten und dazu ein Netzwerk aufbauen.  „Dieses  Netzwerk kann auch wichtige Impulse für die Förderung der Innovationsfähigkeit unserer  Mitgliedsorganisationen geben," so Reinhard Müller, der Direktor der BuntStiftung. Und, was ein erfolgreiche Innovation ist, zeigt sich letztlich auch an der entsprechenden Nachfrage. „Wir werden die Weiterbildung in 2016 für alle freigemeinnützigen Unternehmen in der Sozialwirtschaft in Thüringen anbieten“, so Reinhard Müller. „Darüber hinaus planen wir, die Weiterbildung gemeinsam mit den Paritätischen Landesverbänden in Sachsen und Sachsen-Anhalt durchzuführen.“

Es bleibt also spannend.  Übrigens: Die Foto-Dokumentation über die Weiterbildung zum InnoCoach ziert eine Glühbirne auf dem Cover – InnoCoaches geht eben (fast) immer ein Licht auf. Auch wenn es um die Lösung kniffliger Aufgaben geht.

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