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Paritätischer Jahresempfang 2026: Starkes Zeichen für Zusammenhalt und soziale Verantwortung

Neudietendorf, 27. Februar 2026 | Der Paritätische Landesverband Thüringen hat gestern seinen Jahresempfang 2026 im Erfurter Palmenhaus ausgerichtet. Rund 130 Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft sowie Mitgliedsorganisationen des Verbandes kamen zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven der sozialen Arbeit in Thüringen auszutauschen. Bei strahlendem Sonnenschein bot der Nachmittag zahlreiche Gelegenheiten für intensive Gespräche und persönliche Begegnungen in angenehmer Atmosphäre.
Unter den Gästen waren Ministerin Katharina Schenk, Abgeordnete des Thüringer Landtages sowie Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Spitzenverbände und der Kollegialverbände der LIGA. Durch den Nachmittag führte Stephan Panhans, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Thüringen.

Gedenken an Rolf Höfert

Zu Beginn der Veranstaltung gedachten die Anwesenden des am 19. Februar 2026 im Alter von 77 Jahren verstorbenen langjährigen Vorstandsvorsitzenden Rolf Höfert. Höfert prägte den Paritätischen Thüringen über drei Jahrzehnte entscheidend: von 1991 bis 2023 gehörte er dem Landesvorstand an, 16 Jahre lang (2007 bis 2023) stand er dem Verband als Vorsitzender vor. "Mit Rolf Höfert verlieren wir nicht nur einen visionären Gestalter, sondern auch einen Menschen, der mit Weitblick, Empathie und unerschütterlichem Einsatz für die Sache handelte", würdigte Katja Heinrich, aktuelle Vorstandsvorsitzende, seinen Einsatz. Sein Motto "Wenn's knistert im Gebälk, nicht wegrennen, sondern abstützen" werde den Verband weiter begleiten.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt in herausfordernden Zeiten

In ihrer Rede betonte Heinrich die besondere Bedeutung von Solidarität und Zusammenhalt in einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung und knapper öffentlicher Mittel. "Ihre Anwesenheit steht für Zusammenhalt und Verantwortung in einer Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt keine Selbstverständlichkeit mehr ist", so Heinrich. Der Verband verstehe sich als verlässlicher Partner von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft und wolle konstruktiv, dialogbereit und mit klarer Haltung zur Gestaltung tragfähiger Lösungen beitragen.  In ihrem Grußwort unterstrich auch Ministerin Kathrina Schenk die Bedeutung der Arbeit des Paritätischen und seiner Mitgliedsorganisationen für den sozialen Zusammenhalt in Thüringen.

"In Bewegung bleiben" – Impulsvortrag von Sven Söderberg

Einen besonderen Akzent setzte Sven Söderberg von Spirit of Football mit seinem Impulsvortrag unter dem Motto "Der Weg" und "In Bewegung bleiben". Söderberg zog dabei Parallelen zwischen dem Weg des Paritätischen Thüringen in Richtung Zukunft und der Mission seiner Organisation, die seit 2002 alle vier Jahre mit "The Ball" – dem "olympischen Feuer des Fußballs" – zur jeweiligen Fußballweltmeisterschaft unterwegs ist.
"Wir sind ständig in Bewegung mit diesem kleinen rollenden Element, das uns zu den Menschen bringt und uns mehr über sie erfahren lässt", erklärte Söderberg. Diese Bewegung sei der Schlüssel, um einander zu begegnen und sich auszutauschen – bei aller Verschiedenheit. Mit Verweis auf den EU-Claim "unity in diversity" betonte er: "Dieser Austausch wird es sein, der uns zusammenbringt und uns Möglichkeiten bietet, uns nicht von populistischen Meinungen auseinanderdividieren zu lassen."
Söderberg ermutigte alle Anwesenden: "In Bewegung bleiben, um einander zu begegnen, damit wir nicht stehenbleiben, sondern gemeinsam den Weg zusammengehen." Es gehe dabei nicht um Fußball als solches, sondern um einen Ansatz, um eine Haltung – etwas, das viele Mitgliedsorganisationen des Paritätischen mit unterschiedlichen Methoden ebenfalls praktizierten.

Verbandliche Erneuerung und Zukunftskonferenz

Heinrich kündigte an, dass der Verband seine regionalen Strukturen stärken und die Vernetzung der Mitgliedsorganisationen intensivieren wolle. Ein zentraler Baustein sei die erste Paritätische Zukunftskonferenz am 20. März 2026 im Haus Dacheröden in Erfurt, bei der gemeinsam mit den Mitgliedern die Leitplanken für die inhaltliche und strukturelle Weiterentwicklung des Verbandes erarbeitet werden sollen.

Startschuss für den Paritätischen Ehrenamtspreis 2026

Ein besonderer Höhepunkt des Jahresempfangs war der offizielle Startschuss für den Paritätischen Ehrenamtspreis 2026. Mit dieser Auszeichnung würdigt der Paritätische Landesverband Thüringen gemeinsam mit der Paritätischen BuntStiftung Thüringen herausragendes ehrenamtliches Engagement in seinen Mitgliedsorganisationen.
Vergeben werden insgesamt sechs Preise: drei Personenpreise zu je 200 Euro für individuelles Engagement sowie drei Projektpreise zu je 2.000 Euro für beispielhafte ehrenamtliche Initiativen. Die Preise werden durch Mittel der Thüringer Ehrenamtsstiftung gefördert.
Bewerbungen und Nominierungen können bis zum 15. April 2026 digital über die Homepage des Paritätischen Thüringen eingereicht werden. Die Preisverleihungen erfolgen im Mai 2026 vor Ort bei den Preisträgerinnen und Preisträgern und werden mit den Aktivitäten zum bundesweiten "Ehrentag" am 23. Mai 2026 verbunden.
"Das Ehrenamt ist das Rückgrat unserer Arbeit und der soziale Kitt, der unsere Gesellschaft im Innersten zusammenhält", erklärte Heinrich. "In einer Zeit zunehmender Anonymität und Polarisierung ist dieses Engagement ein unschätzbar wertvolles Zeichen gelebter Solidarität."

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Illustration: Christian Kirchner

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